Chemie­laborant/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Chemielaborantin

BERUFENET:

Chemielaborant/in

Ich wollte etwas Praktisches machen und keinen Bürojob haben.

Pestiziden auf der Spur

Mit Messkolben, Pipette und Reagenzglas hantiert Svenja Reichold (22) täglich. Die Chemielaborantin mit Berufsausbildung untersucht pflanzliche Produkte auf Pestizide und andere Rückstände.

Ihr Arbeitsplatz ist das Großraumlabor der Firma PhytoLab, einem Prüflabor für pflanzliche Produkte. Svenja Reichold begann gleich nach dem Abitur eine Ausbildung zur Chemielaborantin, die sie mittlerweile abgeschlossen hat. Nun arbeitet sie in ihrer Wunschabteilung. Meistens steht sie schon morgens um sechs im Labor, da ist es noch ruhig. „Wenn später ständig das Telefon klingelt, ist es nicht mehr so einfach, sich zu konzentrieren“, sagt sie. Zunächst sieht sie in der Auftragsliste nach, welche Analysen erledigt werden müssen. Dem Musterschrank entnimmt sie dann die Proben, die sie untersuchen soll. Für jedes Verfahren gibt es eine Prüfvorschrift. Darin steht, wie das Verfahren abläuft und was dabei zu beachten ist.

Tee auf Pestizide prüfen

Das Labor gehört zu einem Unternehmen, das Tee herstellt. Svenja Reichold prüft die Zutaten für verschiedene Teesorten unter anderem auf Pestizidrückstände, Schwermetalle oder Nitrate. Auch externe Firmen schicken Proben an das Labor, die Svenja Reichold dann analysiert. Sie nutzt dafür Geräte wie etwa ein Fotometer, mit dem man die Konzentration eines Stoffes in einer Lösung bestimmen kann. Bei der Analyse arbeitet sie auch mit Chemikalien wie Salz- oder Schwefelsäure – dabei hält sie sich strikt an die Arbeitsschutzbestimmungen.

Ich wollte etwas Praktisches machen und keinen Bürojob haben“, sagt Svenja Reichold über die Motivation hinter ihrer Berufswahl. Um Arbeit am Computer kommt sie aber trotzdem nicht herum: Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen pflegt sie in eine Datenbank ein, die meiste Zeit verbringt sie aber mit der Analyse. „Im Labor gibt es große Arbeitsflächen und mehrere Abzüge, unter denen man mit leichtflüchtigen Lösemitteln arbeiten kann, dazu Arbeitsplätze mit Wasserbädern“, erzählt sie. Im Stehen zu arbeiten ist Bestandteil der Anforderungen in ihrem Beruf. Teilweise sind die Räume auch klein und extra abgetrennt, etwa diejenigen, in denen die Waagen stehen. Und das hat einen bestimmten Grund: „Durch Temperaturunterschiede oder Luftzug könnte es zu falschen Wiegeergebnissen kommen.“ Bevor Svenja Reichold das Labor betritt, zieht sie einen weißen Kittel und Schutzhandschuhe an und setzt eine Schutzbrille auf. Ihre Schuhe haben eine antistatische Sohle, damit die teuren Geräte nicht durch eine elektrische Entladung kaputtgehen.

Mit ruhiger Hand

Die Chemielaborantin führt die Analysen selbstständig durch, die Arbeitsplätze im Labor teilt sie sich mit ihren Kollegen. „Daher muss man teamfähig sein, obwohl man nicht direkt zusammenarbeitet“, sagt sie. Noch wichtiger ist gutes Zeitmanagement. Sie bearbeitet oft mehrere Proben gleichzeitig. Während die eine Probe köchelt, kümmert sie sich um einen anderen Auftrag. „Man kann Arbeitsabläufe gut ineinander verschachteln“, sagt sie. Darüber hinaus ist eine ruhige Hand gefragt. Sauberes, genaues Arbeiten ist im Labor unerlässlich – eine verunreinigte Pipette kann das gesamte Messergebnis verfälschen.

Die Abiturientin könnte noch studieren, hat das aber momentan nicht vor. „Hier in der Firma arbeiten die Hochschulabsolventen fast alle im Büro. Ich möchte aber im Labor bleiben und weiter Proben analysieren.“ <<

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