Bühnen­tänzer/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Bühnentänzerin

Tätigkeitsfeld:

Schauspiel, Tanz, Bewegungskunst

Abgeschlossenes Studium in:

Tanz

BERUFENET:

Bühnentänzer/in

Es geht vor allem um Ausdruck und Bewegung.

Arbeitsplatz: Bühne

Als Bühnentänzerin wirkt Isabelle Schramm (26) in Inszenierungen mit, die mal den klar definierten Vorgaben der Choreografen folgen, mal improvisiert sind.

Als freischaffende Tänzerin arbeitet IsabelleSchramm bei immer wieder wechselnden Projekten mit – mal am Theater in Genf, mal in Tanzkompanien in Dresden und Leipzig, die sie mit ehemaligen Kommilitoninnen der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden gründete. „In dieser Zeit haben wir enge Verbindungen geknüpft, die uns heute Türen öffnen“, sagt die 26-Jährige.

Je nach Projekt können die Inszenierungen und Arbeitstage unterschiedlich aussehen, zumal der zeitgenössische Tanz viel Spielraum bietet. „Demnächst bin ich zum Beispiel für sechs Wochen in Leipzig, um im neu eröffneten ‚Kunstkraftwerk‘ aufzutreten, einem experimentellen Kulturprojekt in den Räumen eines ehemaligen Heizkraftwerks“, erzählt Isabelle Schramm. Die Kompanie Phase-Zero-Productions mit den Choreografen Tine Schmidt und Morgan Reid will ein Tanzstück auf die Bühne bringen, das das Publikum direkt in die Bewegungsabläufe einbeziehen soll.

Vorgaben und Improvisationen

Vor jeder Inszenierung stehen ausgiebige Proben, die sich über mehrere Wochen erstrecken können. Nach den Anweisungen einer Choreografin oder eines Choreografen üben die Tänzer/innen die grundsätzlichen Bewegungen ein, andere können sie zum Teil frei improvisieren. „Manchmal bekommen wir Tänzer zum Beispiel ein Thema und einige Stichwörter vorgegeben, wonach wir dann frei unsere Bewegungen kreieren können“, berichtet sie. Auf die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Choreografen muss sie sich genauso einstellen wie auf die anderen Tänzer/innen im Ensemble – für eine harmonische Darbietung müssen alle Beteiligten gut aufeinander eingespielt sein.

Isabell Schramm muss als Bühnentänzerin zudem auf den Raum und die Umgebung eingehen, in denen sie tanzt, und sich an unterschiedliche Tageszeiten anpassen. „Man sollte flexibel sein und mit anderen Menschen umgehen können, kreativ und offen für Ideen sein, nicht zu eng denken und gleichzeitig sehr diszipliniert sein“, rät sie. „Und natürlich jede Menge Leidenschaft für das Tanzen mitbringen.“

Schon als Kind getanzt

Maske und Kostüm spielen beim zeitgenössischen Tanz meist eine untergeordnete Rolle. „Es geht vor allem um Ausdruck und Bewegung“, sagt sie. „Als eines der wenigen Inszenierungsmittel wird Licht eingesetzt.“

Tanzen lernte Isabelle Schramm schon als Kind an der Ballettschule von John Neumeier in Hamburg. Nach dem Abitur zog sie nach Dresden, um Tanz zu studieren. Mit dem Studienabschluss und mit ihrer Berufserfahrung ist sie qualifiziert, um weltweit in Ensembles oder auch als Solistin zu tanzen. Anstelle der Freiberuflichkeit sind zudem feste Engagements an Theatern mit Tanzsparte, im Ballett oder bei Musicals möglich. Weil das körperlich anstrengende Tanzen in der Regel nur bis zu einem gewissen Alter Perspektiven bietet, verfolgt Isabelle Schramm auch noch andere berufliche Pläne: „Ich habe parallel zum freien Tanzen nun ein Studium der Psychologie an der Fernuniversität Hagen begonnen, um mich in Richtung Sportpsychologie mit Schwerpunkt Tanz weiterzubilden“, erzählt sie. „Da gibt es noch viel Potenzial.“ <<

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