Bio­wissen­schaftler/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Mitarbeiter in der Qualitätskontrolle

Tätigkeitsfelder:

Laboranalyse; Qualitätssicherung und -management

Abgeschlossenes Studium in:

Biotechnologie (Bachelor); Molekulare Biowissenschaften (Master)

BERUFENET:

Biowissenschaftler/in

Eine gewisse Affinität zu technischen Vorgängen ist von Vorteil.

Geprüfte Qualität

Bevor Medikamente in den Verkauf gelangen, wird sichergestellt, dass Wirkstoffgehalt und Reinheit des Produkts stimmen. Diese Aufgabe übernimmt Ozan Aktas (28) als Teil eines Laborteams bei einem Pharmaunternehmen.

Nach seinem Bachelorstudium der Biotechnologie erwarb Ozan Aktas einen Master im Bereich „Molekulare Biowissenschaften“ an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Heute arbeitet er im Labor bei der STADA Arzneimittel AG in Bad Vilbel, einem Hersteller von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. In der Qualitätssicherung wendet er Verfahren wie die Hochleistungschromatografie (HPLC) an, mit deren Hilfe Substanzen untersucht werden.

„In den molekularen Biowissenschaften schlägt man nicht nur eine Brücke zwischen Molekularbiologie und Biowissenschaften, sondern erhält auch Einblicke in viele verschiedene biologische, biochemische und chemische Methoden. Während meines Masterstudiums befasste ich mich unter anderem mit der HPLC-Trenntechnik, womit flüssige Proben aufgrund unterschiedlicher chemischer und physikalischer Eigenschaften der Komponenten getrennt und analysiert werden können. Dieses Spezialwissen kommt mir bei meiner Arbeit mit dem Analysegerät zugute“, sagt der 28-Jährige, der abgesehen von Qualitätskontrolle auch den Vertrieb von Pharmaprodukten als mögliches Tätigkeitsfeld ins Auge gefasst hatte.

Prüfung streng nach Protokoll

Kontrolliert Ozan Aktas Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel im Labor, muss er sich an die jeweiligen Vorgaben aus den Prüfvorschriften halten, die durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte genehmigt wurden. „Gemäß den Analyseaufträgen prüfe ich beispielsweise anhand der Menge der Abbaustoffe die Reinheit der Produkte, die direkt aus der Herstellung zu uns kommen. Um Verunreinigungen zu verhindern, ist hygienisches und sorgfältiges Arbeiten mit Kittel und Handschuhen sehr wichtig.“

Er bereitet die Proben vor, indem er sie auf einer Analysewaage präzise abwiegt und in einem Kolben mit Lösungsmitteln löst, und analysiert sie dann in der HPLC-Maschine. Dabei stellt er die Parameter des Geräts wie etwa Temperatur und Fließgeschwindigkeit gemäß Prüfvorschrift ein. „Nachdem die Substanz durch eine enge Trennsäule gepumpt worden ist, können diverse Stoffe detektiert werden. Eine gewisse Affinität zu technischen Vorgängen ist von Vorteil – gerade wenn es um die Reinigung und Wartung der Anlagen oder um technische Defekte geht.“ Kleinere Reparaturen wie den Austausch von Filtern erledigt er selbst.

Datenauswertung mit spezieller Software

Das zweite große Arbeitsfeld umfasst die Auswertung der Daten aus der Analyse der Proben, die Ozan Aktas mithilfe eines speziellen Computerprogramms durchführt. „Ich ermittle den Mittelwert der Rohdaten aus drei Analysedurchläufen und stelle unter anderem die Abweichung vom Standard fest. Die Ergebnisse, die ich in Chromatogrammen und Tabellen aufbereite, diskutiere ich mit meiner Laborleiterin. Wenn alles in Ordnung ist, kann die Produktcharge freigegeben werden.“

In der Qualitätssicherung sind Ozan Aktas und seine Kollegen, darunter auch Chemiker und Lebensmittelwissenschaftler, Teil einer Produktionskette, in der enge Zeitvorgaben eingehalten werden müssen. Für seinen Job benötigt der junge Biowissenschaftler daher nicht nur naturwissenschaftliche Kenntnisse, sondern auch Flexibilität und Belastbarkeit. <<

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