Bio­metriker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Biometriker

Tätigkeitsfeld:

Datenerhebung, -analyse

Abgeschlossenes Studium in:

Demografie

BERUFENET:

Biometriker/in

Ich arbeite teilweise mit sehr großen Datenmengen. Der Vorteil ist, dass die Ergebnisse gut generalisierbar sind.

Big Data trifft Gesundheit

Wie gut arbeiten Deutschlands Krankenhäuser? Dieser Frage geht Robert Krohn (35) nach. Als Biometriker in einem unabhängigen wissenschaftlichen Institut wertet er anonymisierte Patientendaten aus.

Meldungen von Fehldiagnosen oder misslungenen Operationen tauchen immer wieder in den Medien auf. Durch die Analyse von Daten, in denen die Behandlung und Nachbetreuung von Patienten verschlüsselt dokumentiert ist, soll Robert Krohn beim Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) in Berlin mögliche Gründe für Fehler und Probleme während einer Behandlung herausarbeiten. Er soll aber auch gute Arbeit dokumentieren, damit die Qualität in den Kliniken gesichert werden kann. „Ich arbeite teilweise mit sehr großen Datenmengen. Der Vorteil ist, dass die Ergebnisse gut generalisierbar sind, also auf die Allgemeinheit bezogen werden können“, berichtet der Biometriker.

Komplexe Softwareanwendungen

Der 35-Jährige sitzt viel am Rechner: Er schreibt Codes in Statistikprogrammen, bewertet und vergleicht die Daten, bereitet sie für Präsentationszwecke auf. „Die Arbeit ist sehr IT-nah, man muss ein gutes Verständnis für Technik und eine große Affinität zur Software haben.“ Vertiefte medizinische Kenntnisse benötigt er nicht, die Diagnosen kann er in Katalogen nachschlagen. Zudem stimmt sich der Biometriker in regelmäßigen Treffen mit Ärzten, Medizinern, Pflegefachkräften sowie Gesundheitswissenschaftlern auf der einen und IT-Spezialisten auf der anderen Seite über anstehende Projekte ab. Gemeinsam wird erarbeitet, welche Fragestellungen mit welcher Methodik untersucht werden sollen.

Wichtige Voraussetzung für die Arbeit als Biometriker/in ist es, neben statistischem Know-how die Techniken der empirischen Sozialforschung zu beherrschen, die etwa in soziologischen Studiengängen vermittelt werden. Robert Krohn hat Demografie an der Uni Rostock studiert und sein Wissen in einem sozialwissenschaftlich sowie einem auf das Gesundheitswesen fokussierten Forschungsinstitut vertieft, bevor er bei seinem jetzigen Arbeitgeber einstieg. Laufend bildet er sich nun weiter, indem er im Auftrag seines Arbeitgebers Fachtagungen besucht. Er selbst hält teilweise auch Vorträge und veröffentlicht Fachartikel, denn das Institut ist verpflichtet, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu teilen und für die breite Öffentlichkeit aufzubereiten. „Mein Job erfordert viel Eigeninitiative, Team- und Kommunikationsfähigkeit. Ich muss in der Lage sein, Entscheidungen zu fällen und Probleme selbstständig zu lösen. Spannend sind die Dienstreisen, zum Beispiel zu Fachtagungen, auch wenn das eine gewisse Flexibilität erfordert.“

Vielfältig einsetzbar

Mit seiner Qualifikation stehen Robert Krohn zahlreiche Tätigkeitsfelder offen: Nach seinem Studium wäre er gerne in die Marktforschung gegangen, also in einen eher konsumorientierten Bereich, und nachdem er sich auf das Gesundheitswesen spezialisiert hatte, erhielt er beispielsweise auch Anfragen aus der Pharmaindustrie. Absolventen der Biometrie/Biostatistik oder anderer mathematisch-statistischer Studiengänge stehen auch Tätigkeiten in Krankenhäusern, in der Betreuung klinischer Studien, an Hochschulen und in Forschungsinstituten offen. Der 35-Jährige ist mit seiner Stelle zufrieden, ihm war vor allem eins wichtig: „Ich bin froh, dass meine tägliche Arbeit einer guten Sache dient.“ <<

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