Bildende/r Künstler/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Freie Bildhauerin

Tätigkeitsfeld:

Bildhauerei, Malerei, künstlerisches Zeichnen

Abgeschlossenes Studium in:

Bildende Kunst / Bildhauerei

BERUFENET:

Bildhauer/in;
Bildende/r Künstler/in

Gerade am Anfang der künstlerischen Laufbahn sind viele freie Künstler auf Nebenjobs angewiesen.

Die Berufslaufbahn gestalten

Bildhauerin Daniela Schönemann (33) arbeitet – wie viele in ihrer Branche – als freischaffende Künstlerin. Die handwerklichen und künstlerischen Fertigkeiten hat sie sich in Ausbildung und Studium angeeignet.

Nach dem Abitur hatte Daniela Schönemann zunächst die Berufsfachschule für Holzbildhauerei in Bischofsheim besucht und eine Ausbildung zur Holzbildhauerin gemacht. „Das war zwar keine Voraussetzung für das spätere Bildhauerei-Studium, aber trotzdem hilfreich“, erzählt die 33-Jährige. Das Studium mit seinen künstlerischen Ansprüchen könne gerade Studienanfänger auf den ersten Blick überfordern. „Da kann eine Basis von Vorteil sein“, berichtet sie. „Ich konnte im Studium nämlich auf ein solides Wissen aufbauen und davon ausgehend experimentieren.“

Studiert hat sie an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle, das Studium dauerte fünf Jahre. „Es hat mich kunsttheoretisch, didaktisch und praktisch-handwerklich weitergebracht und meine Spielräume erweitert“, sagt sie.

Weg in die Selbstständigkeit

Heute arbeitet sie als freie Künstlerin, so wie viele ihrer ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Einige haben auch eine Festanstellung als Holzbildhauer gefunden. Auf die Selbstständigkeit konnte die Hochschule Daniela Schönemann nur bedingt vorbereiten. „Gerade am Anfang der künstlerischen Laufbahn sind viele freie Künstler auf Nebenjobs angewiesen“, berichtet sie. „Das Einkommen stammt dann oft aus verschiedenen Quellen, die zwar aus dem künstlerischen Umfeld stammen, jedoch nicht nur aus der eigenen künstlerischen Arbeit.“

Autonomie auf der einen und eine gewisse schwankende Auftragslage auf der anderen Seite gehören also zu ihrem Beruf dazu. Als Berufsanfängerin hat sie sich viel Wissen über den Kunstmarkt, über Fördermöglichkeiten und Stipendien sowie über Museen und Kunstvereine angeeignet. „Es kommt auf Eigeninitiative an“, sagt sie. „Außerdem kann man sich zusammenschließen, austauschen und auch zusammenarbeiten. Aber weil der eigene Weg individuell ist, machen die meisten sich früher oder später selbstständig.“ Als weitere wichtige Voraussetzungen für den Beruf des Bildhauers nennt sie Freude an künstlerischer Auseinandersetzung, Kontaktstärke, Selbstorganisation und nicht zuletzt handwerkliches Geschick.

Mal Auftrag, mal frei

In ihrem Arbeitsalltag steht zwar das Atelier im Mittelpunkt, aber auch Büroarbeit nimmt viel Raum ein: Bewerbungen auf Ausschreibungen und Wettbewerbe, das Vorbereiten von Ausstellungen, Recherchen, Akquisen und Termine. „Ob ich lieber Aufträge annehme oder mich entscheide, künstlerisch frei zu arbeiten, das bleibt immer eine individuelle Entscheidung. Genauso, ob ich mit Galeristen zusammenarbeite, über die ich meine Werke vermarkten kann“, betont sie.

Holz ist zwar der Werkstoff, den Daniela Schönemann bei ihrer künstlerischen Arbeit besonders häufig verwendet – aber nicht der einzige. Weitere „klassische“ Materialien wie Stein, Metall oder Papier setzt sie ebenfalls ein, daneben nutzt sie digitale Medien wie Videos, um Installationen zu gestalten. Die traditionellen Grenzen der künstlerischen Bereiche überlagern sich immer mehr. „Das Material muss zur künstlerischen Botschaft passen“, erläutert sie. „Liegt mir das Arbeiten mit Schaumstoff, dann mache ich das, und möchte ich mich an großen, schweren Materialien abarbeiten, so geht das auch“, sagt sie. <<

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