Betriebs­ingenieur/in; Ingenieur/in – Maschinen­bau

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Projektleiter

Tätigkeitsfelder:

Technisches Zeichnen und Konstruktion; Wartung, Instandhaltung, Kundendienst

Abgeschlossenes Studium in:

Maschinenbau

BERUFENET:

Betriebsingenieur/in; Ingenieur/in – Maschinenbau

Wer kein absoluter Teamplayer ist, für den wird es schwierig.

Zwischen Technik, Team und Kunde

Der Betriebsingenieur Korbinian Seemann (29) baut mit seinem Team passgenaue Fertigungsstraßen für die Montage komplexer Einzelteile. Als Projektleiter ist sein Arbeitsalltag vor allem von Kommunikation und Organisation geprägt.

Der Diplom-Maschinenbauer Korbinian Seemann (29) und seine Kollegen entwickeln Lösungen für die automatisierte Produktion. Bei der Robert Bosch GmbH in Bamberg bauen sie Sondermaschinen für interne Kunden, die in den weltweiten Niederlassungen des Unternehmens verschiedene Produkte herstellen. Wenn etwa ein Entwicklerteam ein neues Einspritzventil für einen Benzinmotor konstruiert hat, kommt im Anschluss das Team des 29-Jährigen zum Einsatz. Damit das Ventil serienmäßig und effizient produziert werden kann, benötigt das Unternehmen eine Fertigungsstraße, in der die Einzelteile des Ventils automatisiert zusammengefügt werden. „Wir konstruieren diese Anlagen, bauen sie auf und nehmen sie in Betrieb“, berichtet Korbinian Seemann. Bei manchen Anlagen ist dieser Prozess nach zwölf Monaten abgeschlossen. Bei großen Serienanlagen mit verketteten Stationen sind die nötigen Absprachen deutlich zeitintensiver. Die Umsetzung kann dann bis zu drei Jahre in Anspruch nehmen.

Kontaktfreude und Überzeugungskraft

Als Projektleiter koordiniert Korbinian Seemann die Zusammenarbeit der verschiedenen Teilbereiche des Teams: Mechanik, Elektronik, Software und Konstruktion. Seine Kollegen sind vor allem Elektrotechnik- und Maschinenbauingenieure. Zudem ist er für die Kommunikation mit dem Kunden und den Vorgesetzten verantwortlich. „Ich bin das Bindeglied zwischen Kunde, Team und Vorgesetzten“, sagt er. Er gibt Informationen weiter, stimmt Einzelheiten ab und koordiniert die Vorgänge. Ein Großteil seiner täglichen Arbeitszeit ist durch Besprechungen abgedeckt.

„Das Technische steht in meiner Funktion nicht so sehr im Vordergrund“, sagt Korbinian Seemann, „hier geht es um Fähigkeiten, die mit dem Team zu tun haben.“ Er muss seine Kollegen motivieren können – und er muss den Kunden Sachverhalte verständlich und überzeugend präsentieren. „In diesem Job muss man extrem kontaktfreudig sein, weil man eigentlich immer unterwegs ist. Wer kein absoluter Teamplayer ist, für den wird es schwierig“, fasst er zusammen.

Jede Maschine ist anders

Haben Korbinian Seemann und sein Team eine Sondermaschine fertiggestellt, wird diese zum Kunden transportiert und vor Ort aufgebaut. Das Team nimmt sie in Betrieb und übergibt sie schließlich dem Kunden als fertige Anlage, die für die Serienproduktion genutzt werden kann – weltweit. Der Beruf sei trotzdem gut mit der Familie vereinbar, wie der 29-Jährige sagt. Normalerweise arbeitet er fünfunddreißig Stunden pro Woche, Überstunden kann er zeitnah abbauen. Momentan macht er nebenberuflich noch einen Abschluss zum Master in Business Administration, um sich neben dem technischen auch betriebswirtschaftliches Wissen anzueignen.

Bevor er angefangen hat, im Sondermaschinenbau zu arbeiten, überlegte der junge Mann, sich im Bereich der Verfahrensentwicklung zu spezialisieren. Doch der Abwechslungsreichtum seines jetzigen Berufs überzeugte ihn schließlich: „Jede Maschine ist anders, wir bauen Prototypen – und das ist ziemlich spannend“, findet er. <<

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