Beamt(er/in) – Umwelt­verwaltung (höh. techn. Dienst)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Beamtin in der Umweltverwaltung, Abteilungsleiterin Wasserwirtschaftsamt (höherer technischer Dienst)

Tätigkeitsfelder:

Öffentliche Verwaltung; Umweltberatung, -management

Abgeschlossenes Studium in:

Bauingenieurwesen

BERUFENET:

Beamt(er/in) – Umweltverwaltung (höh. techn. Dienst)

Wenn eine Kommune etwa in einem Überschwemmungsgebiet bauen will, mache ich klare Vorgaben.

Mit allen Wassern gewaschen

Als Abteilungsleiterin im Wasserwirtschaftsamt ist Baurätin Stephanie Winkelmann (31) nicht nur für Trinkwasserschutz und Maßnahmen gegen Hochwasser zuständig, sondern auch mit Aufgaben der Umweltverwaltung betraut. Für ihren Beruf qualifiziert hat sie sich durch ein Bauingenieursstudium mit anschließendem Referendariat.

Hochwasserschutz, Wasserkraftanlagen, Hydraulik – das sind einige der Themen, mit denen sich Stephanie Winkelmann während ihres Masterstudiums beschäftigt hat: Sie hat an der TU München Bauingenieurwesen studiert und sich dabei auch auf den Wasserbau spezialisiert.

Dass man mit diesem Studium auch im höheren technischen Dienst in der Öffentlichen Verwaltung arbeiten kann, erfuhr sie, als der damalige Chef des Bayerischen Landesamtes für Umwelt an der Hochschule eine Gastvorlesung hielt. „Er hat uns den Werdegang von Beamten im Umweltministerium geschildert“, erzählt die 31-Jährige. „ Weil dazu eine zweijährige Ausbildung nach dem Studium gehört, dachte ich aber zuerst, das komme für mich nicht infrage.“

Erst Referendarin, dann Abteilungsleiterin

Nachdem sie erste Erfahrungen in einem Ingenieurbüro gesammelt hatte, überlegte sie es sich aber anders. „Ich wollte mich nicht nur auf ein Thema spezialisieren, sondern lieber Allrounderin bleiben“, erläutert sie. „Deshalb habe ich mich dann doch für einen Job in der Verwaltung entschieden.“

Das zweijährige Referendariat, für das sich Stephanie Winkelmann dann beworben hatte, setzt in der Regel einen Abschluss in einem passenden weiterführenden Studiengang voraus – ihr Masterstudium in Bauingenieurwesen qualifizierte sie also dafür. Auch ein Studium in Maschinenbau, Umwelttechnik oder Geowissenschaften hätte gepasst. Das Referendariat verbrachte Stephanie Winkelmann am Wasserwirtschaftsamt Landshut; daneben besuchte sie Fachseminare in München. Darin ging es vor allem um Recht und Verwaltung, sie vertiefte aber auch ihr Fachwissen rund um die Ressource Wasser. Am Ende stand die Staatsprüfung, die insgesamt zwei Wochen dauerte und schriftliche und mündliche Prüfungen umfasste.

Baupläne prüfen, Kommunen beraten

Gleich nach ihrem Abschluss als Baurätin wurde sie zur Abteilungsleiterin im Wasserwirtschaftsamt München ernannt. Gemeinsam mit ihren neun Mitarbeitern prüft sie dort zum Beispiel die Bauleitpläne von Gemeinden. „Wenn eine Kommune etwa in einem Überschwemmungsgebiet bauen will, mache ich klare Vorgaben, was zu beachten ist“, erläutert sie.

In ihrem Beruf kommt Stephanie Winkelmann viel herum. Vor Ort in den Gemeinden trifft sie sich mit Bürgern und Kommunalpolitikern und unterstützt die lokalen Verwaltungen etwa bei der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie. „Dabei geht es unter anderem um die Renaturierung von Gewässern“, erläutert sie. „Wir geben zum Beispiel Ratschläge, wie man die Richtlinien umsetzen kann.

Zu Stephanie Winkelmanns Verantwortungsbereich gehören auch der Trinkwasserschutz oder die Abwasserbeseitigung. Als Abteilungsleiterin muss die Baurätin außerdem Aufgaben verteilen, Personalpläne schreiben und sich um die Mitarbeiterentwicklung kümmern.

An Herausforderungen mangelt es ihr also nicht – das Referendariat betrachtet sie nicht als verschwendete Zeit, sondern als Einstieg in einen abwechslungsreichen Job, der ihr langfristig viele Perspektiven bietet. <<

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