Beamt(er/in) – Steuer­verwaltung (geh. Dienst)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Beamter der Steuerverwaltung

Tätigkeitsfelder:

Öffentliche Verwaltung; Finanz- und Rechnungswesen

Abgeschlossenes Studium in:

Finanzwirt / Gehobener Dienst der Steuerverwaltung

BERUFENET:

Beamt(er/in) – Steuerverwaltung (geh. Dienst)

Neben den fachlichen Kompetenzen im Steuerrecht ist in meinem Beruf viel Feingefühl gefragt.

Steuerbescheide erstellen

Samuel Szillat (25) arbeitet als Finanzbeamter für das Finanzamt Steglitz in Berlin. Zu seinen aktuellen Aufgaben gehört vor allem die Ermittlung der Einkommensteuer.

Das Team rund um Samuel Szillat am Finanzamt Steglitz besteht aus drei Beamten des gehobenen Dienstes und sechs Beamten des mittleren Dienstes. „Ich selbst bearbeite etwa 1.000 Steuererklärungen im Jahr und komme am Tag auf vier bis sechs Fälle“, sagt der Steuerverwaltungsbeamte. Nach Abitur und zweijährigem Wehrdienst schloss er das duale Studium zum Finanzbeamten im gehobenen Dienst an der Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen als Diplom-Finanzwirt ab. Der vergütete Vorbereitungsdienst mit integriertem Studium dauert insgesamt drei Jahre. Davon entfallen 21 Monate auf das Präsenzstudium an der Hochschule. Für die restlichen 15 Monate sind Berufspraktika in Finanzämtern vorgesehen. „So hatte ich schon während des Studiums sehr viele­ Einblicke in die verschiedenen Tätigkeitsbereiche­.“ Seine erste Stelle nach dem Vorbereitungsdienst trat Samuel­ Szillat dann beim Finanzamt Steglitz an.

Umgang mit schwierigen Fällen

„Wenn ich die Steuer berechnet und festgesetzt habe, hat der Bürger die Pflicht, den Betrag innerhalb eines Monats an das Finanzamt zu überweisen. Leider klappt das nicht immer“, erläutert der Finanzbeamte seine Aufgaben. Außerdem führt er täglich viele Telefonate mit Bürgern oder deren Steuerberatern. „Ich beantworte Fragen der Bürgerinnen und Bürger oder erkläre sogar den gesamten Bescheid. Und ich kläre über das geltende Steuerrecht auf. Das erfordert schon einiges an Kommunikationsfähigkeit und manchmal auch Fingerspitzengefühl.“

Sollte ein Bürger den fälligen Steuerbetrag nicht innerhalb der gesetzten Frist überweisen, erhält dieser zunächst einen Mahnbescheid. Erfolgt auch dann noch keine Zahlung, geht der Fall in das Vollstreckungsverfahren über. Bei Verdacht auf Steuerhinterziehung wird der Fall an die Steuerfahndung übergeben. Samuel Szillat verfolgt und dokumentiert als Finanzbeamter all diese Prozesse. Zu seinen Tätigkeiten gehören auch das Beschwerdemanagement und die Bearbeitung von Einsprüchen. „Neben den fach­lichen Kompetenzen im Steuerrecht ist in meinem Beruf viel Feingefühl gefragt. Manche Bürger stecken ja finanziell in einer schwierigen Situation.“ Gegebenenfalls kommt auch eine Stundung der Beträge in Betracht.

Auch ein Außendienst ist in der Steuerverwaltung möglich. Bereits während seiner Ausbildung hat Samuel Szillat einen Vollziehungsbeamten begleitet, der die Pfändung von persönlichem Besitz anordnen kann, wenn Kontopfändungen kein Ergebnis gebracht haben. „Das sind schwierige Termine, bei denen man behutsam vorgehen muss und einige Erfahrung braucht.“

Nächster Stopp: Betriebsprüfer

Nach einer zweijährigen Praxisphase beim Finanzamt Steglitz und einer begleitenden fachlichen Qualifizierung soll Samuel Szillat künftig in einem Berliner Finanzamt für Körperschaften als Betriebsprüfer eingesetzt werden. Seiner künftigen Aufgabe sieht der junge Finanzbeamte mit Aufregung entgegen: „Das ist ein noch komplexeres Gebiet, weil man es hier mit der Besteuerung von Kapitalgesellschaften zu tun hat. Die Vielseitigkeit im Beruf ist mir sehr wichtig.“ Aber auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes sieht er als großen Trumpf seines Berufs. <<

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