Beamt(er/in) –Sozial­verwaltung (geh. Dienst)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Regierungsoberinspektorin, Sachbearbeiterin im gehobenen Dienst

Tätigkeitsfelder:

Öffentliche Verwaltung; Sozial-, Gesundheitsmanagement

Abgeschlossenes Studium in:

Öffentliche Verwaltung und Rechtspflege

BERUFENET:

Beamt(er/in) –Sozialverwaltung (geh. Dienst)

Der Großteil meiner Arbeit findet draußen bei den Unternehmen statt.

Im Dienste der Schwächeren

Als Beamtin beim Integrationsamt vermittelt Madeleine Weise (28) zwischen Arbeitgebern und schwerbehinderten Arbeitnehmern. Dank ihrer Qualifikation könnte sie auch in vielen anderen Bereichen der Sozialverwaltung arbeiten.

Madeleine Weise ist Beamtin der Sozialverwaltung im gehobenen Dienst. Im Auftrag des Zentrums Bayern Familie und Soziales (ZBFS) vermittelt sie zwischen schwerbehinderten Beschäftigten und deren Arbeitgebern. „Wenn der Arbeitgeber etwa einen Antrag zur Kündigung eines schwerbehinderten Mitarbeiters stellt, fahre ich hin und finde heraus, wo die Probleme liegen. Dann versuche ich, eine gütliche Einigung zu erreichen, um eine Kündigung zu verhindern“, erläutert die 28-Jährige. Sie versucht zum Beispiel zu klären, ob eine finanzielle oder technische Hilfe die Weiterbeschäftigung des Betroffenen ermöglichen würde. „In meiner Entscheidung muss ich die Interessen des Arbeitnehmers mit denen des Arbeitgebers abwägen“, sagt sie. Nicht immer kann sie auch etwas ausrichten: „Wenn die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nichts mit der Behinderung des Arbeitnehmers zu tun hat, gibt es kaum Möglichkeiten, den Arbeitsplatz zu erhalten.“ Nach ihren Außeneinsätzen bespricht sie ihre Fälle mit Kollegen, die auch mit dem Fall befasst sind.

Drei Jahre dual studiert

Um ihre heutige Tätigkeit ausüben zu können, musste sie eine Ausbildung absolvieren, die Vorbereitungsdienst genannt wird und wie ein Bachelorstudium organisiert ist. Die Voraussetzungen dafür wiederum sind die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedslandes, das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und eine erfolgreiche Teilnahme am Auswahlverfahren des Landespersonalausschlusses. Madeleine Weise erfüllte alle Bedingungen und durfte dann Öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern am Fachbereich Sozialverwaltung der Fachhochschule in Wasserburg am Inn studieren.

Das Studium dauerte drei Jahre und war als duales Studium angelegt. Das hieß: Die Theorie lernte sie an der Hochschule, den praktischen Teil absolvierte sie in den verschiedenen Abteilungen des ZBFS. Sie schloss das Studium als Diplom-Verwaltungswirtin ab – in anderen Bundesländern endet es mit einem Bachelorabschluss. Nach dem Diplom war Madeleine Weise zunächst als Beamtin auf Probe beim ZBFS angestellt, mittlerweile ist sie Beamtin auf Lebenszeit.

Viel unterwegs auf Außenterminen

„Der Großteil meiner Arbeit findet draußen bei den Unternehmen statt“, erzählt sie. „Ich kann meine Einsätze flexibel planen und sitze nicht acht Stunden am Tag an meinem Schreibtisch.“ Das ist – neben Empathie – auch nötig in ihrem Arbeitsalltag, der sich nur bedingt planen lässt. Madeleine Weise koordiniert außerdem die Integrationsfachdienste (IFD) in privater oder gemeinnütziger Trägerschaft, die sich ebenfalls für behinderte Menschen einsetzen, und trifft gemeinsam mit ihnen Entscheidungen.

Durch ihre Qualifikation kann sie auch in vielen anderen Bereichen der Sozialverwaltung arbeiten. Möglich wäre ebenfalls, dass sie bei ihrem jetzigen Arbeitgeber die Abteilung wechselt und sich in andere Fachbereiche einarbeitet. „Ich könnte im nächsten Jahr in der Abteilung für Familienleistungen arbeiten oder mich für Kriegsopfer einsetzen. Das wäre kein Problem.“ <<

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