Beamt(er/in) – Kriminal­dienst (höh. Dienst)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Kriminalrätin

Tätigkeitsfeld:

Schutz, Sicherheit und Überwachung

Abgeschlossenes Studium in:

Master Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement

BERUFENET:

Beamt(er/in) – Kriminaldienst (höh. Dienst)

Ich habe drei Jahre lang verschiedene Stationen durchlaufen und probeweise Führungspositionen übernommen.

Informieren und entscheiden

Bei Iris Kaiser (35) laufen sämtliche Informationen über wichtige Kriminalfälle in ganz Baden-Württemberg zusammen. Als Kriminalrätin leitet sie eine Einheit im Lagezentrum der Landesregierung.

Ob Fußballspiele, Terroranschläge, Vermisstenmeldungen – sobald ein Polizeieinsatz in Baden-Württemberg die Koordination verschiedener Polizeidienststellen erfordert oder politisch bedeutsam ist, kommt Iris Kaisers Team zum Zug. Die Kriminalbeamtin leitet eine Einheit im Lagezentrum der Landesregierung, die für den Austausch von Informationen verantwortlich ist.

„Ein Beispiel: Jemand wird vermisst, und man braucht einen Personensuchhund. Aber alle Hunde im Land sind im Einsatz. Dann frage ich etwa Kollegen in Rheinland-Pfalz, ob dort ein Hund verfügbar ist.“ Die Kriminalrätin ist diejenige bei der Polizei in Baden-Württemberg, die den Kontakt zu den benachbarten Bundesländern aufnimmt.

Die ganze Nacht am Telefon

Ein anderes Beispiel waren die Terroranschläge in Paris. Da Baden-Württemberg eine gemeinsame Grenze mit Frankreich hat, mussten sämtliche Informationen rasch ausgetauscht und Maßnahmen koordiniert werden. „Können wir die Bundespolizei bei Grenzkontrollen unterstützen? Schreiben wir die Terroristen zur Fahndung aus? Erhöhen wir die Präsenz der Schutzpolizei?“ Da die konkreten Entscheidungen in so brisanten Fällen die Kompetenz der Kriminalrätin übersteigen, war sie in regelmäßigem Kontakt mit Vorgesetzten und der Landesregierung. „Ich saß die ganze Nacht am Telefon, habe Informationen weitergegeben und alles Notwendige veranlasst.

Iris Kaiser findet ihre Aufgaben im Lagezentrum extrem spannend, da sie einen einzigartigen Überblick über die Polizeiarbeit in Baden-Württemberg erhält und wichtige Entscheidungen treffen muss. Die Arbeit als Kriminalpolizistin hatte sie sich vor ihrem Berufseinstieg jedoch anders vorgestellt. „Ich wollte schon immer Polizistin werden, Verbrecher überführen und festnehmen“, sagt die Badenerin.

Drei Jahre Bewerbungsphase

Für Iris Kaiser war es daher keine Frage, nach dem Abi die Ausbildung für den gehobenen Dienst zu durchlaufen. Anschließend arbeitete sie in Heidelberg zunächst im Streifendienst, bevor sie als Kriminalkommissarin vier Jahre lang Kriminalfälle aufklärte. Während dieser Zeit fragte ihr Vorgesetzter, ob sie Interesse am höheren Dienst habe.

Der höhere Dienst ist die höchste Laufbahngruppe bei der Polizei. Um sich für ihn zu bewerben, braucht man hervorragende Noten in der Erstausbildung sowie gute Bewertungen durch die Vorgesetzten. Zudem muss man sich mehrere Jahre lang qualifizieren.

„Ich habe drei Jahre lang verschiedene Stationen durchlaufen und probeweise Führungspositionen übernommen.“ Anschließend wurde Iris Kaiser zu einem einwöchigen Assessment-Center eingeladen. „Das ist wie ein mehrtägiger Einstellungstest mit Abschlussgespräch, in dem die polizeiliche Führung letztlich entscheidet, ob man in den höheren Dienst darf."

Durch ein zweijähriges Masterstudium Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement in Villingen-Schwenningen und Münster qualifizierte sie sich für den höheren Dienst. Von hier aus stehen ihr alle Türen offen. <<

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