Beamt(er/in) – Justiz­voll­zugs­dienst (geh. Dienst)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Beamtin – Justizvollzugsdienst (gehobener Dienst)

Tätigkeitsfelder:

Öffentliche Verwaltung; Finanz- und Rechnungswesen

Abgeschlossenes Studium in:

Fachlaufbahn Justiz mit dem fachlichen Schwerpunkt Vollzugs- und Verwaltungsdienst bei den Justizvollzugsanstalten

BERUFENET:

Beamt(er/in) – Justizvollzugsdienst (geh. Dienst)

Das Fachstudium dauert etwa 20 Monate und behandelt Themen wie Recht, Justizvollzug und Wirtschaft, aber auch Psychologie.

Finanzplanung hinter Gittern

Johanna Pfaffinger (28) ist als Justizvollzugsbeamtin im gehobenen Dienst vor allem für Beschaffungsmaßnahmen und das Budget in einem Gefängnis zuständig. Darauf vorbereitet hat sie sich mit einem besonderen Studium.

Rund 1.000 Inhaftierte sitzen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Nürnberg ein. Sie alle müssen mit Essen, Kleidung, Medizin sowie Hygieneartikeln versorgt werden und sind auf eine funktionierende Strom- und Wasserversorgung angewiesen. Das alles gehört zu den Aufgaben der Wirtschaftsverwaltung – ebenso wie die Reparaturen an Geräten und Anlagen, vom Radio auf der Zelle bis zur Waschmaschine.

Johanna Pfaffinger ist stellvertretende Leiterin der Wirtschaftsverwaltung. Immer dann, wenn etwas gekauft oder beauftragt werden muss – ein neuer Herd, ein Ultraschallgerät, ein Gefangenentransportfahrzeug –, liegt die Entscheidung bei ihr. „Unsere Abteilung beschafft Lebensmittel, Büroausstattungen, medizinische Geräte, Dienstfahrzeuge, veranlasst Reparaturen und vieles mehr“, erläutert die 28-Jährige.

Die große Herausforderung, sagt Johanna Pfaffinger, sei es, dabei im finanziellen Rahmen zu bleiben. „Unser Budget reicht zwar, aber nicht alle Wünsche können sofort erfüllt werden.“ Zu ihrem Job gehört es auch, sämtliche Rechnungen darauf zu prüfen, ob Beträge, Empfänger und Kontonummern stimmen.

Fachstudium und Dienststelle

Auf ihre Arbeit im gehobenen Dienst des Justizvollzugs hat sich Johanna Pfaffinger durch ein Studium vorbereitet, das den Namen „Fachlaufbahn Justiz mit dem fachlichen Schwerpunkt Vollzugs- und Verwaltungsdienst bei den Justizvollzugsanstalten“ trägt und mit einem Diplom abschließt. Dieser Vorbereitungsdienst findet einerseits an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern in Starnberg statt. „Das Fachstudium dauert etwa 20 Monate und behandelt Themen wie Recht, Justizvollzug und Wirtschaft, aber auch Psychologie“, erläutert sie. Andererseits durchlaufen die angehenden Verwaltungsbeamten weitere 16 Monate lang sämtliche Abteilungen in einer Dienststelle. Johanna Pfaffinger lernte ihren Beruf in der JVA in Nürnberg. Dort hat sie das Bayerische Staatsministerium der Justiz nach dem Abschluss eingesetzt – so wie sie sich das gewünscht hatte.

Sonderanschaffungen auf Antrag

Mit dem Ministerium hat sie auch heute beruflich zu tun: Während zum Beispiel die Nahrungsmittel für die Inhaftierten aus den allgemeinen Haushaltsmitteln bezahlt werden, muss Johanna Pfaffinger für besondere Anschaffungen, etwa einen neuen Behandlungsstuhl für den Zahnarzt, dort einen Antrag stellen. „Ich bekomme dann zusätzliche Haushaltsmittel zugewiesen und bin für die Durchführung und Abrechnung der Investitionsmaßnahme verantwortlich.“ Um das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen, recherchiert sie, welche Eigenschaften die Neuanschaffung haben soll – im Falle des Zahnarztstuhls bespricht sie sich zum Beispiel mit dem Anstaltsarzt und dem Pflegedienstleiter.

Und nicht zuletzt achtet sie darauf, dass die Mitarbeiter sich an die Vorschriften des Vergaberechts halten. „Ab 500 Euro müssen wir die Beschaffungsmaßnahmen dokumentieren, und ab 25.000 Euro muss es in der Regel eine öffentliche Ausschreibung geben“, erläutert sie. „Schließlich handelt es sich um Steuergelder.“ <<

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