Beamt(er/in) – Höherer baut­echnischer Dienst

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Fachbereichsleiter für Bauen, Planung und Umwelt

Tätigkeitsfelder:

Bauplanung und -leitung; Öffentliche Verwaltung

Abgeschlossenes Studium in:

Stadtplanung

BERUFENET:

Beamt(er/in) – Höherer bautechnischer Dienst

Wir haben sehr viele rechtliche Vorgaben, und auch der Haushalt der Kommune setzt Grenzen.

Spezialist fürs Generelle

Als Bauamtsleiter sitzt der Beamte Frithjof Look (28) an der Schnittstelle zwischen Politik, Bürgerwünschen und Verwaltung. Eine Stadt mitprägen und -gestalten zu können – das hat ihn schon im Stadtplanungs-Studium gereizt.

Frithjof Look ist Fachbereichsleiter für Bauen, Planung und Umwelt im Rathaus von Einbeck in Niedersachsen – oder kurz: Bauamtsleiter. Den Weg dorthin ist der heute 28-Jährige schnell und zielstrebig gegangen: „Ich wusste bereits im Studium, dass ich an der Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung arbeiten wollte“, sagt er. „Ich habe mit konkreten Bauprojekten zu tun, kann mitgestalten und die Bürger, wo immer das möglich ist, in die Entscheidungsprozesse einbeziehen.“

Seinen Bachelor und Master of Science in Stadtplanung schloss er an der HafenCity-Universität in Hamburg ab – und nahm gleich danach das zweijährige technische Verwaltungsreferendariat für den höheren Bautechnischen Dienst auf. „Mich haben daran sowohl die Inhalte angesprochen als auch die Option, Führungsaufgaben zu übernehmen“, sagt er. Alternativ kann zum Beispiel auch ein Studium der Architektur oder des Bauingenieurwesens in den bautechnischen Dienst führen.

Hochwasserschutz und Fachwerkhäuser

Das Referendariat absolvierte er im Regierungspräsidium Darmstadt in Hessen, seine Dienststelle war die Stadt Frankfurt. Direkt im Anschluss konnte er im Bewerbungsverfahren in Einbeck überzeugen. Dort liegen heute ganz unterschiedliche Projekte auf seinem Schreibtisch: Das Bauamt soll etwa die Umbaumaßnahmen am Bahnhof planen, den Hochwasserschutz verbessern, historische Fachwerkhäuser erhalten und Parkanlagen gestalten – und es muss immer wieder Bebauungs- und Flächennutzungspläne erstellen.

Die Leitlinien, Pläne und Entwürfe, die Frithjof Look und sein Team ausarbeiten, dienen in diversen Ausschüssen und Stadtratsversammlungen als Arbeitsgrundlage. „Das ist ein interaktiver Prozess: Wir nehmen Ideen, Anregungen und Wünsche auf und entwickeln daraus eine umsetzbare Form.“ Weil Ausschusssitzungen auch schon mal abends stattfinden, hat der Bauamtsleiter nicht jeden Tag die gleichen Arbeitszeiten. „Ein Nine-to-five-Job ist es nicht.“

Das Bestmögliche rausholen

Eine Verwaltung funktioniert anders als ein freies Planungsbüro: „Wir haben sehr viele rechtliche Vorgaben, und auch der Haushalt der Kommune setzt Grenzen“, erläutert er. Zudem muss Frithjof Look die Interessen vieler unterschiedlicher Akteure berücksichtigen: Politiker, Stadträte, Bürger. „Die Spielräume zu nutzen, um das Bestmögliche herauszuholen, kann sehr spannend sein.“

Die Stadtverwaltung mit ihren Vorschriften und Budgets auf der einen Seite, stadtplanerische Visionen auf der anderen – seine Tätigkeit verlangt nach einem „Spezialisten fürs Generelle“: „Verwaltungsjuristische Themen stehen zwar im Vordergrund, aber ohne mein Fachwissen aus dem Studium könnte ich keine fundierten Entscheidungen treffen“, sagt er. So sitzt er zum Beispiel in einer Jury, die Wettbewerbsentwürfe beurteilt, er verhandelt mit anderen Behörden oder trifft Absprachen mit dem Tiefbauamt. „Ich muss mich immer zügig in neue Themen einarbeiten, aber auch Vertrauen haben in meine Mitarbeiter und Kollegen, die ja viele Entscheidungen vorbereiten“, betont Frithjof Look. Als Bauamtsleiter muss er vor allem den Überblick behalten und letzten Endes auch Entscheidungen treffen und verantworten. <<

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