Beamt(er/in) – Gewerbe­aufsicht (geh. techn. Dienst)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Aufsichtsbeamtin – Gewerbeaufsicht (geh. techn. Dienst)

Tätigkeitsfeld:

Schutz, Sicherheit und Überwachung

Abgeschlossenes Studium in:

Wirtschaftsingenieurwesen

BERUFENET:

Beamt(er/in) – Gewerbeaufsicht (geh. techn. Dienst)

Ich bin keine Sachverständige, muss aber offensichtliche Mängel wie eine nicht funktions­tüchtige Lüftung in einer Küche erkennen.

Unternehmen auf die Finger schauen

Christiane Schiering (28) sorgt dafür, dass sich Unternehmen an die Vorschriften halten. Bei ihren Kontrollen muss sich die Beamtin vom Landesamt für Verbraucherschutz zur Not auch gegen Widerstand durchsetzen.

Für Christiane Schiering öffnen Unternehmen in Halle und im Saale-Kreis auch die Türen zu jenen Räumen, die Kunden gewöhnlich nicht zu sehen bekommen. Die 28-Jährige ist Beamtin im gehobenen technischen Dienst des Landesamtes für Verbraucherschutz in Halle und führt die Aufsicht über rund 3.000 Firmen der verschiedensten Branchen.

Ihr Job findet sowohl im Büro als auch vor Ort statt. Im Amt pflegt sie Akten, dokumentiert Außendienstgeschäfte, schreibt Verwaltungsakten, liest sich in gesetzliche Grundlagen ein und bereitet sich auf anstehende Dienstreisen vor. Anlässe, die Betriebe zu besichtigen, gibt es verschiedene: „Ich reagiere oft auf Beschwerden, mache aber auch Routinekontrollen."

Kontrollbesuche bei Unternehmen

In den Firmen weist sich Christiane Schiering aus und bittet darum, den Betrieb besichtigen zu können und Einsicht in die Unterlagen zu bekommen. „Ich bin keine Sachverständige, muss aber offensichtliche Mängel wie fehlende Schutzabdeckungen bei Sägen in einem Sägewerk oder eine nicht funktionstüchtige Lüftung in einer Küche erkennen.“ Wichtiger sind jedoch die Unterlagen, die zeigen, ob eine Gefährdungsbeurteilung für alle Arbeitsvorgänge vorliegt und die Arbeitsmittel ordnungsgemäß gewartet werden.

Gefragt ist bei diesen Terminen vor allem Fingerspitzengefühl. Meistens sind die Unternehmen kooperativ, lassen die Beamtin herein, legen die Unterlagen vor und setzen gerne Anweisungen und Hinweise um. „Ich appelliere an die Vernunft. Niemand will einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit, daher sind die meisten einverstanden, wenn ich sage, dass sie Sicherheitsbestimmungen einhalten müssen.“

Mit Hartnäckigkeit und Kenntnis der Gesetze

In seltenen Fällen kommt es vor, dass die Unternehmer Christiane Schiering den Zutritt zur Betriebsstätte verweigern. Dann muss die Beamtin hartnäckig bleiben. Als Gewerbeaufsichtsbeamtin hat sie das Recht, Arbeitsstätten und Anlagen zu besichtigen, und besitzt dabei polizeiliche Befugnisse sowie die Berechtigung, Zwangsmittel – mit der Ausnahme des Einsatzes von Waffen – anzuwenden.

Neben der Durchsetzungsfähigkeit benötigen die Beamten in der Gewerbeaufsicht die Kenntnis zahlreicher Gesetze und Verordnungen sowie der Verwaltungspraxis. Christiane Schiering hat dies während einer zweijährigen Ausbildung gelernt, die in einem Dezernat der Gewerbeaufsicht in Sachsen-Anhalt und an einer Verwaltungsschule des Freistaates Bayern stattfand.

„Nach meinem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der HTWK Leipzig habe ich zunächst im Hochbau als Projektleiterin bei einem Ingenieurbüro gearbeitet“, erzählt die Beamtin. „Das war aber nicht der Job, den ich mein Leben lang machen wollte, daher habe ich mich umorientiert.“ Eher per Zufall erfuhr sie, dass die Arbeitsschutzverwaltung Anwärter suchte. Meistens wird für die Gewerbeaufsicht ein technischer oder naturwissenschaftlicher Hintergrund verlangt, wie ihn die Ingenieurin mitbringt. Zum Teil gibt es aber auch Stellen für Geisteswissenschaftler oder Psychologen. <<

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