Beamt(er/in) – Gehobener bau­technischer Dienst

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Technische Oberinspektorin

Tätigkeitsfelder:

Öffentliche Verwaltung;Bauplanung und -leitung

Abgeschlossenes Studium in:

Architektur

BERUFENET:

Beamt(er/in) – Gehobener bautechnischer Dienst

In meinem Job vertrete ich die Stadt als Bauherrin.

Bauen für die Bürger

Die Architektin Jasmin Grasser (25) vertritt als Technische Oberinspektorin die Interessen der Stadt Nürnberg, zum Beispiel beim Neubau von Kindertagesstätten. Sie ist nicht nur als Planerin gefragt, sondern kontrolliert auch die Baumaßnahmen vor Ort.

Für Architektur hat sich Jasmin Grasser schon immer begeistert: „Gebäude rufen direkte Reaktionen hervor – entweder sie gefallen den Menschen oder sie werden abgelehnt.“ Dabei interessiert sie sich besonders für Bauprojekte, die der Öffentlichkeit dienen, und hat sich deshalb für das Hochbauamt der Stadt Nürnberg als Arbeitgeber entschieden.

Derzeit leitet sie zwei Projekte: den Neubau einer Kindertagesstätte sowie eines Kinder- und Jugendhauses. „Das Hochbauamt baut und saniert in der Regel nicht selbst, sondern beauftragt dafür externe Architekten und Baufirmen“, erklärt die 25-Jährige. So arbeitet sie eng mit einem Team aus freien Architekten, Statikern und Technikern zusammen, die sämtliche Planungen mit ihr abstimmen. „In meinem Job vertrete ich die Stadt als Bauherrin, die natürlich in alle Entscheidungen einbezogen werden muss“, erläutert die junge Beamtin. Auch mit dem städtischen Jugendamt steht sie in engem Kontakt, um etwa Fragen der Ausstattung oder Sicherheitstechnik zu besprechen.

Allrounder sind gefragt

Zwei- bis dreimal in der Woche ist Jasmin Grasser auf den Baustellen unterwegs, um mit den Bauleitern zu sprechen und sich selbst ein Bild zu machen. Denn zu ihren Aufgaben gehört auch zu kontrollieren, ob die Bauarbeiten fachgerecht und entsprechend den Bauvorschriften ausgeführt werden. Außerdem überprüft sie während der gesamten Bauphase, ob alle Termin- und Zahlungspläne eingehalten werden. Ihre betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Kenntnisse hat sie sich während des vierzehnmonatigen Vorbereitungsdienstes für die Beamtenlaufbahn angeeignet: „Ich habe selten so viel gelernt wie in dieser Zeit“, erinnert sich die 25-Jährige an das umfangreiche Pensum. Schließlich müsse man in ihrem Job ein Allrounder sein, sagt Jasmin Grasser. Wer sich hingegen ausschließlich mit Architektur beschäftigen möchte, sei in privaten Architekturbüros besser aufgehoben, ist die Beamtin überzeugt.

Von kleinen zu großen Bauprojekten

Durchsetzungsvermögen und Teamfähigkeit findet sie für ihre Tätigkeit besonders wichtig – Letzteres nicht nur für die Zusammenarbeit mit den Architekten und Baufirmen: „Wir sind eine große Behörde, und ich habe regelmäßig mit vielen Kollegen aus anderen Abteilungen zu tun.“ Dazu gehören zum Beispiel Bau-, Elektrotechnik, Maschinenbau- und Versorgungstechnikingenieure, die unter anderem für Fragen der Bauplanung, der Technik oder des Energiemanagements zuständig sind.

Ihre beiden Neubauprojekte hat sie von einer Kollegin übernommen, die nun in Elternzeit ist: „Das Betreuen von Kindereinrichtungen ist der klassische Einstieg, um Erfahrungen als Projektleiter zu sammeln. Es sind kleinere Bauvorhaben, die von der Planung bis zur Fertigstellung circa zweieinhalb Jahre dauern.“ Für die kommenden Berufsjahre wünscht sie sich, auch bei großen Bauprojekten mitzuarbeiten. Davon gibt es in Nürnberg derzeit sehr viele, wie etwa die Sanierung der Oper. <<

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