Beamt(er/in) – Feuer­wehr (geh. techn. Dienst)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Brandoberinspektor

Tätigkeitsfelder:

Öffentliche Verwaltung; Schutz, Sicherheit und Überwachung

Abgeschlossenes Studium in:

Architektur

BERUFENET:

Beamt(er/in) – Feuerwehr (geh. techn. Dienst)

Als Einsatzleiter kann ich nur so gut sein wie der Löschzug. Deshalb muss das Team hinter mir und meinen Entscheidungen stehen.

Teamplayer bei der Feuerwehr

Brandoberinspektor Robin Sasse (33) kennt die Welt der Berufsfeuerwehr vor und hinter dem Schreibtisch. Wenn er keine Einsätze leitet, sorgt der Beamte im gehobenen technischen Dienst für die Brandschutzsicherheit von Gebäuden.

Robin Sasse geht jeden Tag gerne zur Arbeit, wie er selbst sagt. Sein Berufsalltag beim Amt für Brand- und Katastrophenschutz in Regensburg lässt sich ohne Übertreibung kontrastreich nennen. Denn er bewertet nicht nur Brandschutzgutachten für Gebäude, sondern meistert auch extreme Situationen wie Brandeinsätze oder Verkehrsunfälle. Etwa viermal im Monat hat er 24-Stunden-Alarmdienste, bei denen er Brand- und Rettungseinsätze leitet und am Ort des Geschehens dabei ist. „Als Einsatzleiter muss ich Situationen schnell erfassen, um die richtige Vorgehensweise zu entscheiden“, erklärt der 33-Jährige. Da kein Einsatz wie der andere ist, legt er großen Wert darauf, seine Arbeitsweise und die der 16-köpfigen Mannschaft immer wieder zu reflektieren und, wenn nötig, zu verbessern. „Als Einsatzleiter kann ich nur so gut sein wie der Löschzug. Deshalb muss das Team hinter mir und meinen Entscheidungen stehen“, betont er.

Verantwortungsvoller Job

Steht kein Einsatz an, arbeitet Robin Sasse im Innendienst. In der Regel beginnt sein Tag damit, die Einsatzbereitschaft der Wache sicherzustellen. Hierfür bespricht er mit dem Wachabteilungsleiter, ob Besonderheiten wie zum Beispiel Krankheitsausfälle oder neue Straßensperren berücksichtigt werden müssen. Außerdem erfährt er, welche Kollegen den verschiedenen Positionen im Löschzug und in den Sonderfahrzeugen zugeteilt sind. „Am Anfang der Wachablösung ist sehr viel los. Die neue Mannschaft muss gut informiert und für den Tag vorbereitet sein“, sagt der Brandoberinspektor.

Einen großen Teil seines Arbeitstages verbringt er anschließend damit, Brandschutzgutachten zu bewerten, die bei Bauantragsverfahren von den jeweiligen Bauherren eingereicht werden. „Soll zum Beispiel eine Wohnung im Erdgeschoss zu einem Restaurant, also einer sogenannten Versammlungsstätte, umgenutzt werden, ergeben sich veränderte Vorgaben für Rettungswege und brandschutztechnische Einrichtungen“, erläutert Robin Sasse. Er hat mit gewerblichen, privaten und städtischen Bauprojekten zu tun, deren Brandschutznachweise er entsprechend den gesetzlichen Vorschriften kontrolliert und für die er Stellungnahmen verfasst und Verbesserungen vorschlägt.

Hochschulabsolventen unterschiedlicher Fachrichtung

Da er selbst Architektur studiert hat, kann er sich gut in die Perspektive von Architekten und Fachplanern hineinversetzen, die im Auftrag der Stadt Regensburg neue Gebäude planen und die er in Fragen des Brandschutzes berät. „Es ist gut, nicht nur den eigenen Blickwinkel zu kennen. Häufig müssen Kompromisse gefunden werden“, erklärt Robin Sasse. Aufgrund der vielfältigen Aufgaben werden im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst Absolventen aus ganz unterschiedlichen ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studienfächern beschäftigt. Unter den Kollegen des Brandoberinspektors sind zum Beispiel auch Maschinenbauingenieure, Bauingenieure und Physiker. Unabhängig davon sind Belastbarkeit, Durchsetzungsvermögen, körperliche Fitness und Teamgeist gefragt. <<

http://bfi.plus/8177