Beamt(er/in) – Berg­verwaltung (höh. berg­techn. Dienst)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Bergassessor, Referent im höheren technischen Dienst

Tätigkeitsfelder:

Öffentliche Verwaltung; Rohstoffgewinnung

Abgeschlossenes Studium in:

Geotechnik und Bergbau, Vertiefungsrichtung Bergbau (Diplom)

BERUFENET:

Beamt(er/in) – Bergverwaltung (höh. bergtechn. Dienst)

Mein Fachwissen hätte auf der Seite der Rohstoffproduzenten genauso Nutzen wie im Amt.

Er entscheidet, ob die Bagger rollen

Als Bergassessor und Referent in der Bergverwaltung im höheren technischen Dienst genehmigt Kai Oliver Dammer (29) Projekte im Braunkohlebergbau, bearbeitet Einwände von Bürgern und erteilt Umweltauflagen.

Kai Oliver Dammer ist Referent für Braunkohleplanverfahren und arbeitet im höheren technischen Dienst im sächsischen Oberbergamt in Freiberg. Dort leitet er als sogenannter Bergassessor ein dreiköpfiges Team. Seine Projektgruppe ist zuständig für die Genehmigung von Braunkohlebergbau-Projekten in Sachsen. Die Entscheidungen, die sein Team trifft, haben große wirtschafts- und energiepolitische Bedeutung und auch ökologische Auswirkungen.

Wenn er morgens ins Büro kommt, sieht er als Erstes die Anfragen zu Anträgen durch und bearbeitet sie. In der Regel stellen Energieversorger Anträge auf Erweiterung oder auf sogenannten Neuaufschluss eines Braunkohletagebaus in der Lausitz. Solche Anträge muss das Team um Kai Oliver Dammer zunächst gründlich prüfen. „Wir schauen, ob alles seine Richtigkeit hat“, erläutert der 29-Jährige. „Wenn alles in Ordnung ist, wird der Antrag öffentlich ausgelegt.

Anträge und Erwiderungen

Solange der Antrag öffentlich ausliegt, können Behörden und Anwohner eine Erwiderung darauf einreichen. Anwohner wenden sich zum Beispiel oft gegen eine mögliche Lärmbelästigung, während Umweltbehörden meistens Naturschutz-Auflagen einfordern. „Wir prüfen die Stellungnahmen und Erwiderungen und diskutieren sie dann letztlich auf einem Erörterungstermin“, erklärt Kai Oliver Dammer. Ein solches Verfahren kann sich in die Länge ziehen. Häufig müssen die Unterlagen am Ende nachgebessert werden, damit sie den Vorgaben des Natur- und Wasserrechts genügen oder weil die Umweltverträglichkeit genauer geprüft werden muss.

Den Großteil seiner Arbeit erledigt er am Schreibtisch; der Anteil an Außendiensttätigkeiten ist in seinem Beruf relativ gering.

Lernen in Behörden und Unternehmen

Um im höheren technischen Dienst im Oberbergamt arbeiten zu können, hatte Kai Oliver Dammer zunächst Geotechnik und Bergbau an der TU Freiberg studiert. Das Studium schloss er mit einem Diplom als Bergbauingenieur ab, das anschließende zweijährige Referendariat endete mit dem Zweiten Staatsexamen. „Die Voraussetzung dafür ist ein Diplom- oder Masterabschluss. Ein Bachelorabschluss reicht dafür nicht aus“, betont er.

Während seines Referendariats arbeitete er abwechselnd bei Behörden und in der Industrie. In den ersten sechs Monaten etwa war er bei einem Bergbau-Unternehmen in Nordrhein-Westfalen für ein bis zu 30-köpfiges Team unter Tage verantwortlich. Im selben Unternehmen arbeitete er in der Planung mit.

Auch beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Clausthal-Zellerfeld sammelte er drei Monate Erfahrung. Den Rest seines Referendariats verbrachte Kai Oliver Dammer bei seinem heutigen Arbeitgeber, wo er sämtliche Abteilungen durchlief. Nun ist er seit einem Jahr in einer leitenden Position im Oberbergamt. „Ich hätte nach dem Referendariat auch in die Industrie gehen können“, erzählt er. „Mein Fachwissen hätte auf der Seite der Rohstoffproduzenten genauso Nutzen wie im Amt. Einem Bergassessor stehen also viele Möglichkeiten offen.“ <<

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