Ausbildungs­berater/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Bildungsberater

Tätigkeitsfeld:

Bildungs-, Berufsberatung

Abgeschlossenes Studium in:

Versicherungsbetriebslehre

BERUFENET:

Ausbildungsberater/in

Ich muss das Gespräch wieder in eine konstruktive Bahn lenken.

Berater mit Praxiserfahrung

Florian Kelch (35) informiert, schlichtet und hakt nach. Der Ausbildungsberater ist Experte für rund 200 Ausbildungsberufe und Ansprechpartner für Betriebe, Azubis und Fachkräfte, die sich weiterbilden möchten.

Florian Kelchs Arbeitswoche ist zweigeteilt: Die Hälfte seiner Zeit verbringt er im Büro, die andere Hälfte ist er im Außendienst unterwegs. Dann besucht er Betriebe, die zukünftig junge Leute ausbilden möchten: Er prüft, ob die Betriebe dafür alle Anforderungen erfüllen, und beantwortet Fragen der Verantwortlichen. Auch wenn es Probleme gibt, ist der Bildungsberater der IHK für Mittelfranken vor Ort, zum Beispiel, wenn ein Auszubildender Schwierigkeiten im Betrieb hat. In diesen Fällen vermittelt Florian Kelch zwischen Arbeitgeber und Auszubildendem.

Prüfen, vermitteln und informieren

An seinen Tagen im Büro teilt sich Florian Kelch die telefonische Beratung mit seinen sieben Kollegen, die wie er für die kaufmännischen und technischen Ausbildungsberufe zuständig sind. Die meisten Anfragen kommen von Betrieben, aber auch Azubis melden sich telefonisch. Daneben arbeitet Florian Kelch mit seinen Kollegen aus dem Bereich Verzeichnisführung zusammen und prüft Verträge, in denen es Unstimmigkeiten gibt – etwa wenn ein Azubi zu gering vergütet wird. Nicht immer sind die Gespräche einfach, die er dann mit dem Betrieb führen muss. „Es kommt vor, dass jemand aufgebracht ist, da muss ich das Gespräch dann wieder in eine konstruktive Bahn lenken“, sagt der 35-Jährige. Florian Kelch ist aber nicht nur Ansprechpartner für Azubis und Betriebe, sondern berät auch Fachkräfte, die sich weiterbilden wollen.

Vorteil Berufserfahrung

Für seinen Job braucht er viel Eigenverantwortung, denn er betreut selbstständig den nördlichen Teil Mittelfrankens. „Dafür ist es auch nötig, dass ich Reisebereitschaft mitbringe und flexibel bin.“ Er genießt die Freiheit, seine Zeit so einteilen zu können, wie er es möchte: Zwischen sechs Uhr dreißig und zwanzig Uhr hat er Gleitzeit. Die meisten Termine legt er sich aber zwischen acht und siebzehn Uhr, dann sind die Ansprechpartner in den Betrieben vor Ort. Überstunden fallen gelegentlich auch an, zum Beispiel wenn er gemeinsam mit einem Kollegen einen der regelmäßigen Weiterbildungs-Infoabende veranstaltet.

Wichtig für seine Arbeit als Bildungsberater ist für Florian Kelch, dass er konfliktfähig ist, dass er auf andere zugehen und gut mit ihnen kommunizieren kann. Unabdingbar ist für ihn auch Berufserfahrung. „Es ist sehr schwierig, einen Betrieb zu beraten, wenn ich gar nicht weiß, wie es in einem Unternehmen abläuft.“ Florian Kelch selbst hat nach dem Abitur eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann gemacht und dann nebenberuflich Versicherungsbetriebslehre studiert. Einige Jahre hat er in einem Versicherungsunternehmen Azubis betreut, ehe er als Bildungsberater anfing. Auch viele seiner Kollegen haben zunächst eine Ausbildung gemacht und dann studiert. Unter ihnen finden sich Volljuristen, Diplom-Psychologen und Betriebswirte. „Eine fachliche Berufsausbildung ist in meinem Beruf ein klarer Vorteil.“ Wenn er nicht Bildungsberater geworden wäre, hätte er auch in seinem vorherigen Unternehmen Führungsverantwortung übernehmen oder in die Personalentwicklung gehen können. <<

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