Assistenz­arzt/-ärztin

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Assistenzarzt

Tätigkeitsfeld:

Ärztliche Diagnostik und Therapie

Abgeschlossenes Studium in:

Humanmedizin

BERUFENET:

Assistenzarzt/-ärztin

Häufig bedanken sich Patienten dann dafür, dass sie von dem Eingriff nichts mitbekommen haben.

Vollnarkose oder lokale Betäubung

Bei einer Operation sorgt Dr. Thomas Gaisch (29) dafür, dass sie schmerzfrei und sicher abläuft. Als Assistenzarzt hat er sich für den Fachbereich Anästhesiologie entschieden.

Nachdem er frühmorgens mit den Kollegen und Kolleginnen die anstehenden Operationen und Aufgaben besprochen hat, begibt sich Thomas Gaisch mit dem zugeteilten Team in den OP-Bereich des Klinikums Nürnberg. Dort tauscht der Anästhesist seine Alltagskleidung mit der vorgeschriebenen Bereichskleidung: eine spezielle Hose mit Shirt und Kopfbedeckung sowie Bereichsschuhe. Während der Eingriffe trägt er auch Mundschutz und Handschuhe.

Früh Verantwortung übernehmen

Die fachlichen Grundlagen erwarb Thomas Gaisch im Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Universität Graz in seinem Heimatland Österreich. Inzwischen hat er zwei von insgesamt fünf Jahren seiner Weiterbildung zum Facharzt abgeschlossen und trägt bereits viel Verantwortung. „An unserer Klinik betreut man nach einer Einschulungszeit von einigen Monaten als Anästhesist seinen eigenen Operationssaal“, erläutert er. „Doch es ist immer ein Oberarzt im Hintergrund, den man jederzeit hinzuholen und zurate ziehen kann.“

Vor jeder Operation führt er ein Gespräch mit dem Patienten. „Ich stelle mich vor und spreche mit ihm über Vorerkrankungen, Allergien und frühere Narkosen, denn all dies kann sich auf den Verlauf der Anästhesie auswirken“, erklärt der 29-Jährige. Anhand dieser Faktoren und des Befundes entscheidet er sich für ein geeignetes Narkoseverfahren, oder aber er bekommt entsprechende Anweisungen von behandelnden Kollegen. „Es kann eine Vollnarkose erforderlich sein, manchmal werden aber auch lokale oder rückenmarksnahe Verfahren durchgeführt.“ Darüber klärt er den Patienten vor der Narkose umfassend auf.

Mit dem ausgewählten Anästhesieverfahren leitet Thomas Gaisch im OP die Narkose ein. Anschließend bleibt der Assistenzarzt vor Ort und betreut den Patienten: Während der Operation überwacht er unter anderem Atmung sowie Herz-Kreislauf-System und beginnt bereits mit einer Schmerztherapie. „Dann plane ich auch, welche Medikamente dem Patienten im Aufwachraum etwa bei Schmerzen oder Übelkeit gegeben werden können oder wie bei einer Verlegung auf die Intensivstation zu verfahren ist.“

Feingefühl im Patientengespräch

Höchste Aufmerksamkeit und Feingefühl erfordert auch die Kommunikation mit den Patienten. „Man trifft sie in einer Situation an, in der sie wegen der anstehenden Operation oftmals sehr aufgeregt sind. So ist es wichtig, ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass jemand auf sie aufpasst.“ Umso positiver ist das Gespräch bei der Nachsorge. „Häufig bedanken sich Patienten dann dafür, dass nichts wehtut und sie von dem Eingriff gar nichts mitbekommen haben.“

Hinsichtlich der Arbeitszeit wird eine gewisse Flexibilität von dem Assistenzarzt erwartet, denn Nacht- und Wochenenddienste gehören zum Klinikalltag. Schon bald wird Thomas Gaisch auch im Notarztdienst tätig sein. „Dafür ist eine Zusatzausbildung erforderlich, die ab dem dritten Ausbildungsjahr ansteht.“

Zur Tätigkeit in der Klinik gäbe es Alternativen. „Ich könnte nach meiner Weiterbildung auch zum Beispiel in der ambulanten Anästhesie oder komplett als Notarzt arbeiten.“ <<

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