Archivar/in; Beamt(er/in) – Archiv­dienst (höh. Dienst)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Archivrat

Tätigkeitsfelder:

Informationsbeschaffung, -erschließung, -aufbereitung; Öffentliche Verwaltung

Abgeschlossenes Studium in:

Lehramt an Gymnasien (Deutsch/Geschichte/Evangelische Religionslehre), Magisterstudium mit Hauptfach Landesgeschichte sowie Studium der Historischen Hilfswissenschaften

BERUFENET:

Archivar/in; Beamt(er/in) – Archivdienst (höh. Dienst)

Die Vorgangsbearbeitung im Archiv läuft mittlerweile komplett elektronisch über ein Digital Management System.

Bewahren für die Nachwelt

Als eine Mischung aus Historiker, Jurist, Informatiker und Verwaltungskraft beschreibt Johannes Moosdiele-Hitzler (30) seinen Beruf. Der Archivar sieht sich vor allem auch als Dienstleister für die Forschung.

Johannes Moosdiele-Hitzler arbeitet als Archivrat – so die traditionelle Berufsbezeichnung – im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, einer Welt aus Akten und Amtsbüchern, Fotos und Bildern, Karten, Plänen und Urkunden. In diesen Beständen zu recherchieren, gehört zu den Aufgaben des Beamten, etwa wenn er schriftliche Benutzeranfragen beantwortet. Auch als Berater ist er gefragt: „Zu uns kommen Forschende, die Unterlagen zu einem bestimmten Sachverhalt recherchieren oder nach einem ihrer Vorfahren suchen“, erklärt er. „Dann gebe ich ihnen Anleitung und Hilfestellung.“

Entsprechend wichtig ist es, dass sich Johannes Moosdiele-Hitzler mit den Strukturen und auch der Geschichte der Behörde auskennt. „Auch technische Kenntnisse und Fähigkeiten werden immer wichtiger“, beschreibt er die Anforderungen eines Archivars. „So läuft etwa die Vorgangsbearbeitung im Archiv mittlerweile komplett elektronisch über ein Digital Management System.“ Ebenso sollte man gerne mit Menschen zu tun haben sowie Team- und Führungsstärke beweisen.

Verantwortung für Schriftgut

Schließlich sind organisierende Aufgaben rund um das Management der Einrichtung ein wesentlicher Bestandteil seines Arbeitsalltags als Führungskraft. Der 30-Jährige ist beispielsweise in Fragen der IT-Administration und der Personalverwaltung eingebunden. Er bespricht anstehende Projekte mit Vorgesetzten und Kollegen, bereitet Arbeiten für die Mitarbeiter vor, betreut diese bei der Verzeichnung von Archivalien und prüft die Qualität der Arbeitsergebnisse. „Als Archivar der vierten Qualifikationsebene bin ich selbst kaum noch mit Verzeichnung beschäftigt. Ich kümmere mich um die Bestandserhaltung, die Aussonderung von Schriftgut in Behörden und ihre Bewertung auf Archivwürdigkeit, also ob etwas dauerhaft aufbewahrt werden muss oder vernichtet werden kann.“

Für die vierte Qualifikationsebene – so bezeichnet man in Bayern den höheren Dienst für Beamte – qualifiziert man sich über eine akademische Ausbildung. Je nach Bundesland können auch die Zugangsvoraussetzungen unterschiedlich geregelt sein. Johannes Moosdiele-Hitzler studierte Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Geschichte/Evangelische Religionslehre, schloss das Studium mit dem Ersten Staatsexamen ab und absolvierte ein begleitendes Magisterstudium mit Hauptfach Landesgeschichte sowie ein Studium der Historischen Hilfswissenschaften an der Universität Augsburg. Es folgte ein Referendariat bei der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, das er mit dem Zweiten Staatsexamen abschloss.

Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit

Seine breite akademische Ausbildung kommt Johannes Moosdiele-Hitzler heute in seinem Beruf sehr entgegen. Schließlich ist er auch in die Öffentlichkeitsarbeit und die historisch-politische Bildungsarbeit des Hauptstaatsarchivs eingebunden. So konzipiert er Ausstellungen und führt Schulklassen und andere Gruppen durch das Archiv. Mit seiner Qualifikation hätte der Beamte auch berufliche Alternativen. „Denkbar wäre der Wechsel in ein kommunales Archiv, also ein Stadtarchiv, oder in ein kirchliches Archiv.“ <<

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