Alter­tums­wissen­schaftler/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Altertumswissenschaftlerin

Tätigkeitsfelder:

Ausstellungsmanagement und -planung; Kunst- und Kulturmanagement

Abgeschlossenes Studium in:

Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie; Klassische Archäologie; Englische Literaturwissenschaft

BERUFENET:

Altertumswissenschaftler/in

Es ist immer wieder toll, eine Ausstellung wachsen zu sehen.

Von Steinzeitwaffen bis Keltengold

Altertumswissenschaftlerin Christiane Benecke (30) konzipiert in einem Museum Ausstellungen über Alltagsgegenstände der Römer-, Bronze- und Eisenzeit. Sie sichtet Objekte im Depot und erklärt den Museumsbesuchern die Exponate.

Nach ihrem Magisterstudium der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie, der Klassischen Archäologie sowie der Englischen Literaturwissenschaft an der Universität Würzburg bewarb sich Christiane Benecke auf eine Stelle in Stuttgart. Dort, im Referat für Vorrömische Metallzeiten des Landesmuseums Württemberg, absolvierte sie ein wissenschaftliches Volontariat.

Seitdem hat sie schon Ausstellungen wie „Die Welt der Kelten“ mit auf die Beine gestellt und als verantwortliche Kuratorin die Sonderausstellung „Feuerstein und Keltengold“ im Stadtmuseum Esslingen betreut, die den Zeitraum von der frühen Steinzeit bis zur Ankunft der Römer in der Region abdeckte. „Für mich sind Vor- und Frühgeschichte am spannendsten. Funde etwa aus der Bronze- oder Eisenzeit geben sehr gut Aufschluss darüber, wie die Menschen damals gelebt haben“, erklärt die 30-Jährige. Ob jemand arm oder vermögend war, lasse sich zum Beispiel anhand von Grabbeigaben wie Schmuck oder Waffen erkennen.

Programmhefte und Audioguides

Neben der Planung und Konzeption von Ausstellungen verfasst Christiane Benecke auch Texte für Programmhefte, erstellt Audioguides und erklärt interessierten Besuchern die Exponate, beispielsweise die Waffen eines steinzeitlichen Jägers.

Momentan verbringt sie viel Zeit im Depot des Museums im Alten Schloss Stuttgart. „Nach dem großen Brand im Dezember 1931 und den Kriegsbomben des Jahres 1944 war ein Großteil des Schlosses zerstört. Eine Reihe von Funden galt als verbrannt oder verschollen“, erzählt sie. „In alten Zigarrenschachteln habe ich einige dieser verkohlten Objekte nach über 60 Jahren im Depot gefunden, konnte sie anhand der Inventarbücher eindeutig identifizieren und angemessen lagern.“ Sie sichtet die Objekte, kontrolliert akribisch, ob die wissenschaftlichen Bezeichnungen und Datierungen korrekt sind, und prüft, ob die Exponate restauriert werden müssen.

Depot-Arbeit und Besucherkontakt

Die Kombination aus wissenschaftlicher, eher zurückgezogener Arbeit im Depot und dem direkten Kontakt mit den Besuchern gefällt ihr an ihrem Beruf besonders gut: „An dem unmittelbaren Feedback nach einer Führung oder den Rückmeldungen im Gästebuch erkenne ich, ob es mir gelungen ist, mein historisches Fachwissen allgemein verständlich, aber nicht vereinfacht zu vermitteln.“

Wenn Christiane Benecke, wie im Moment, in der Sammlung eine Bestandsaufnahme macht, kann sie sich ihre Arbeitszeit meist selbst einteilen. Wenn hingegen eine Ausstellung ansteht, steigt auch das Arbeitsaufkommen: „Da verbringen alle Beteiligten sehr viel Zeit im Museum, notfalls auch am Abend oder an den Wochenenden“, erzählt sie. „Es ist aber immer wieder toll, eine Ausstellung wachsen zu sehen.“

Am Museum hat Christiane Benecke einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag – das ist in der Branche durchaus üblich. „Familienplanung ist unter diesen Umständen natürlich eher schwierig“, sagt sie. Aufgrund ihres Fachwissens und ihrer vielfältigen Berufserfahrung könnte sie eines Tages auch in die Denkmalpflege oder in die Museumspädagogik wechseln. <<

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