Agrar­biologe/-biologin

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Prozesstechnologe

Tätigkeitsfeld:

Agrarwirtschaft

Abgeschlossenes Studium in:

Agrarbiologie (Bachelor); Agrarbiologie mit Schwerpunkt Nutztierbiologie (Master)

BERUFENET:

Agrarbiologe/-biologin

Ich muss Verhalten und Zustand der Tiere aus biologischer Sicht einschätzen können.

Professionelle Geflügelschlachtung

Strenge Vorschriften: Der Agrarbiologe Daniel Herrmann (26) kümmert sich als Prozesstechnologe um geregelte Verhältnisse in den Schlachtbetrieben eines großen Geflügelzüchters. Die notwendigen Management-Kenntnisse hat er in einem Traineeship erworben.

Daniel Herrmann kontrolliert Geflügelschlachtbetriebe. Als Experte im Prozesscontrolling bei der PHW-Gruppe Lohmann & Co. AG fährt er turnusmäßig mit Firmenwagen und Hygieneausrüstung jeden der sieben Schlachtbetriebe im deutschen, holländischen und polnischen Raum an, um nach dem Rechten zu sehen. „Im Austausch mit dem Qualitätsmanagement vor Ort kontrolliere ich stichprobenartig die Bedingungen, beispielsweise ob die Verladung der Tiere den EU-Vorgaben entspricht oder ob das Hygienemanagement ausreichend ist. Sauberkeit ist sehr wichtig. Sensoren am Eingangsbereich sorgen für eine ausreichende Desinfektion der Mitarbeiter zum Schutz vor Keimen“, erklärt der 26-Jährige. In Seuchenanzug, Stiefeln und mit Schutzbrille inspiziert er die Hygieneschleusen – und hat ein Auge darauf, ob sich jeder richtig die Hände desinfiziert.

Zwischen Tierwohl und Quote

In seiner Position hat Daniel Herrmann das Wohl des Geflügels ebenso im Blick wie die vorgegebenen Schlachtmengen. Abgesehen von einem lösungsorientierten und selbstständigen Vorgehen sowie betriebs- und personalwirtschaftlichen Kenntnissen benötigt er tierwissenschaftliches Verständnis. Das Managementwissen hat er sich in einem Traineeship „Geflügelwissenschaften“ bei seinem heutigen Arbeitgeber angeeignet. Das biologische Fachwissen erwarb er an der Hochschule: Nach dem Bachelor in Agrarbiologie absolvierte er an der Universität Hohenheim darauf aufbauend den Masterstudiengang im selben Fach, allerdings mit Spezialisierung auf die Nutztierbiologie. „Damit ich Missstände beim Verladen oder während der Schlachtprozesse erkenne, muss ich Verhalten und Zustand der Tiere aus biologischer Sicht einschätzen können“, sagt er.

Technische Prozesse verbessern

Daniel Herrmann arbeitet daran, die Produktionsprozesse zu optimieren. Im Austausch mit dem zentralen Controlling und der Geschäftsleitung bewertet er die in den Schlachtbetrieben erhobenen Daten und regt Maßnahmen wie etwa Mitarbeiterschulungen an. Auch die technischen Geräte entgehen seiner Aufmerksamkeit nicht. Neue Entwicklungen beispielsweise bei Fangmaschinen oder Betäubungsapparaten, über die er sich mittels Fachliteratur und bei den Anbietern informiert, prüft er in bis zu einwöchigen Testläufen.

Das nötige technische Wissen habe ich mir zu Teilen während meiner Masterarbeit über Röntgengeräte angeeignet. Diese werden in den Schlachtereien eingesetzt, um Knochensplitter in Filetstücken zu detektieren. Ich prüfe nicht nur die Funktionstauglichkeit neuer Geräte, sondern auch, ob ein Einkauf wirtschaftlich ist oder ob die baulichen Voraussetzungen im Betrieb gegeben sind“, erläutert Daniel Herrmann. Und da manche Geräte nachts zum Einsatz kommen, muss der 26-Jährige manchmal zu ungewöhnlichen Zeiten auf das Gelände. <<

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