Bau­wesen, Architektur, Vermessung

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Geodaten in Sozialen Medien

Komplexe räumliche Zusammenhänge haben es Mathias Gröbe (25) angetan: Er beschäftigt sich im Masterstudiengang Geoinformationstechnologien mit Geodaten.

Mathias Gröbe nutzt schon seit Jahren frei verfügbare Geodaten, um daraus Karten zu erstellen – privat und auch im Studium. Kartografie hat ihn schon immer fasziniert: „Mir gefällt die Verbindung aus Wissenschaft und Kunst. Aus Satellitendaten lassen sich Bilder mit immer neuen Aussagen erstellen. Man arbeitet mit Daten und Fakten und stellt diese anschaulich und ansprechend dar. So lassen sich in Karten oder Präsentationsgrafiken komplexe räumliche Zusammenhänge veranschaulichen.“

Als passionierter Hobbyfotograf schätzt er den künstlerischen Anspruch, arbeitet aber auch wissenschaftlich. Nach seinem Bachelorstudiengang Kartographie und Geomedientechnik an der Technischen Universität Dresden hängte er dort den Master in Geoinformationstechnologien dran. Der Studiengang umfasst vier Semester. In den Pflichtmodulen geht es um Geodateninfrastrukturen und Geoinformationsdienste, Verfahren zur Geodatenerfassung, wie Laserscanning sowie um Methoden ihrer Auswertung und Visualisierung. Im zweiten und dritten Semester werden die Kenntnisse vertieft: 3-D-Punktwolkenverarbeitung, optische 3-D-Messverfahren, Bildanalyse, mobile Kartografie, kartografische Softwareadaption oder Feldarbeit. „Man kann zudem Module aus Informatik und Geowissenschaften besuchen.“

Mathias Gröbe arbeitet bereits an seiner Masterarbeit, das Thema möchte er anschließend in einer Promotion vertiefen: „Wenn man sich allein die Daten mit Ortsbezug anschaut, die Nutzer in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter hinterlassen, ist das ein unerschöpflicher Fundus. Mich interessiert, wie man sie speichern, analysieren und sinnvoll nutzen kann – etwa als Kommunikationsplattform in Katastrophenfällen.“ <<

Motivation:

Geodaten nutzen und für die Öffentlichkeit aufbereiten

siehe auch Arbeitswelt:

Vermessung und Geoinformation

BERUFENET:

Vermessungs­technik, Geo­informatik

Praxisnah und international

Um später in das Portfoliomanagement einsteigen zu können, hat sich Felicitas Thormann (25) für den Master Immobilienmanagement entschieden.

Mit ihrem Bachelor in Immobilienwirtschaft und -management konnte Felicitas Thormann direkt in die Berufswelt eintauchen: Die 25-Jährige hat nach ihrem ersten Studienabschluss zunächst eineinhalb Jahre im Vertrieb gearbeitet, bevor sie die Entscheidung für das Masterstudium an der HAWK in Holzminden traf. „Man kann mit dem Bachelor schon sehr viel anfangen, aber ich wollte mich noch weiter spezialisieren“, erzählt sie.

„Bei diesem Masterprogramm liegen die Schwerpunkte im internationalen Immobilienmanagement, im Immobilienrecht und in der Projektarbeit“, berichtet Felicitas Thormann aus ihrem Studienalltag. „Neben den Pflichtveranstaltungen können wir Wahlpflichtmodule zur individuellen Profilierung wählen, etwa Facility-Management, Projektentwicklung und Investmentbanking.“ Ihr besonderes Interesse gilt aber dem Portfoliomanagement: „Das ist ein Wirtschaftszweig, in dem es um die Optimierung der Zusammenstellung von Immobilienangeboten geht.“

Der Master läuft in Vollzeit über vier Semester und besteht aus Vorlesungen, Exkursionen, Vorträgen sowie Projektarbeiten. „Anders als im Bachelor arbeiten wir häufig in Teams selbstständig an verschiedenen Projekten und präsentieren unsere Ergebnisse.“ Die Abschlussarbeit kann ebenfalls einen Praxisbezug haben und in Kooperation mit externen Partnern erarbeitet werden.

Vor allem der internationale Anstrich gefällt Felicitas Thormann: „Einige Vorlesungen finden auf Englisch statt, etwa International Valuation and Accounting. Außerdem gab es bereits Exkursionen nach Istanbul und New York.“ Mit Blick in die Zukunft kann sie sich gut vorstellen, für einen Arbeitgeber ins Ausland zu gehen.

Finanzieren kann Felicitas Thormann ihr Studium aus privaten Quellen und mit Nebenjobs: „Durch die vielen Kooperationsprojekte ist die Hochschule gut vernetzt, und es gibt immer wieder Angebote für Nebenjobs.“ <<

Motivation:

Einstieg ins Portfolio­management

siehe auch Arbeitswelt:

Architektur und Bauwesen
Gebäudetechnik

BERUFENET:

Immobilien­wirtschaft

Nachhaltiger Gebäudebetrieb

Als Projektingenieurin erstellt Steffi Melcher (32) nachhaltige Managementkonzepte für Gebäude. Das Wissen dafür hat sie sich bei einer Weiterbildung angeeignet.

Beim Arbeitgeber von Steffi Melcher, der Cofely Deutschland GmbH, dreht sich alles um effiziente Gebäude-Betriebslösungen: von der Büroimmobilie bis zum Industriepark. Die 32-Jährige arbeitet in der Frankfurter Niederlassung des Unternehmens, wo sie auf Ausschreibungen zugeschnittene Konzepte für den jeweiligen Gebäudebetrieb erstellt. Studiert hat sie Facility-Management: „Das deckt sowohl die technische, infrastrukturelle als auch die kaufmännische Seite ab“, erklärt sie. Zusätzlich hat sie sich unter anderem zur GEFMA 160 Auditorin weitergebildet: „Kunden können sich ihre Gebäude zertifizieren lassen, um eine größtmögliche Nachhaltigkeit zu erreichen. Das Gros der Lebenszyklus-Kosten einer Immobilie entsteht im Betrieb. Ein an Nachhaltigkeitskriterien orientiertes Facility-Management hilft, diese Kosten zu senken und die Umwelt zu schützen“, so die Fachfrau.

Entwickelt wurde das Zertifikat vom Branchenverband GEFMA, der auch die Auditorenschulung durchführt: „In dem dreitägigen Kurs lernt man, wie man ein Gebäude auf die Konformitätsprüfung vorbereitet, welche Dokumente und Nachweise benötigt werden und wie man eine erste Bewertung des Gebäudes vornimmt.“

In einer Hausarbeit wird der Zertifizierungsprozess an einem Beispielobjekt durchgeführt, am Ende steht eine Prüfung. Entsprechende Berufserfahrung ist Voraussetzung für die Schulung. „Das Zertifikat ist noch neu, aber einige prestigeträchtige Immobilien sind bundesweit bereits zertifiziert. Natürlich möchten auch wir unseren Kunden diesen Service anbieten“, sagt Steffi Melcher. Die Schulungskosten von rund 2.500 Euro hat ihr Arbeitgeber übernommen. <<

Motivation:

fit werden mit neuen Dienstleistungsangeboten

siehe auch Arbeitswelt:

Gebäudetechnik
Architektur und Bauwesen

BERUFENET:

Projekt­ingenieur/in

Ernährungssicherheit in Nordghana

Die Doktorandin Janina Kleemann (29) sammelt Daten und verarbeitet sie in einem Modell. Ihr Ziel: Herausfinden, welche Faktoren sich auf die Ernährungssicherheit in Nordghana auswirken.

Oftmals umfasst eine Promotion neben der eigenen Forschung noch Aufgaben an der Uni, etwa in der Lehre. Anders bei Janina Kleemann: Sie widmet sich am Zentrum für Entwicklungsforschung in Bonn ganz der Forschung. Ihr Projekt befasst sich mit dem Klimawandel und der Landnutzung im westafrikanischen Ghana. Mithilfe eines Modells untersucht die Doktorandin, wie verschiedene Faktoren – etwa Trockenheit, Landnutzung oder Bevölkerungswachstum – sich auf die Ernährungssicherheit der Bevölkerung im Norden des Landes auswirken. Das Thema ist sehr facettenreich: Agrarwissenschaften, Landschaftsökologie, Sozioökologie und Nachhaltigkeitswissenschaften treffen aufeinander. Die fachliche Grundlage für die Promotion erwarb sie im Studium Landschaftsökologie und Naturschutz an der Universität Greifswald.

Drei Jahre lang wird die Doktorandin über ein Stipendium gefördert. In diesem Zeitraum plant sie ihr Thema, legt sich auf wissenschaftliche Methoden fest und betreibt Literaturrecherche. Sie führt Interviews in Ghana, wertet Daten aus und schreibt sowohl ihre Arbeit als auch wissenschaftliche Aufsätze. „Allein das Sammeln der Daten ist schwierig, die Datenlage dürftig. Aber mit solchen Problemen muss man als Doktorand umgehen können, muss flexibel und kreativ sein. Man braucht einen guten Zeitplan und einen erfahrenen Betreuer, der sich Zeit für einen nimmt.“ Ob Workshop, Konferenzen oder Fachliteratur – die Sprache der Wissenschaft ist Englisch. „Aber daran gewöhnt man sich schnell."

An der Promotion schätzt Janina Kleemann, dass man sich sehr intensiv mit einem Thema befasst. „Dadurch wird man Experte auf dem Gebiet. Das Tolle ist auch der Austausch mit anderen Wissenschaftlern.“ Die 29-Jährige will am liebsten auch nach Abschluss ihrer Promotion in der Forschung bleiben. <<

Motivation:

forschen im internationalen Umfeld

siehe auch Arbeitswelt:

Landschafts- und Raumplanung

BERUFENET:

Ingenieur/in – Land­schafts­ökologie/Natur­schutz

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Architektur

  • Baubetriebswirtschaft, Baumanagement

  • Bauingenieurwesen

  • Bauphysik

  • Energietechnik

  • Gebäudetechnik, Gebäudeenergietechnik

  • Geoinformatik

  • Innenarchitektur

  • Landschaftsarchitektur, Freiraumplanung

  • Stadt-, Regionalplanung

  • Vermessungstechnik

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Bau- und Umweltrecht

  • Betriebswirtschaft

  • Denkmalschutz

  • Energieeffizienz

  • Geoinformationssysteme

  • Immobilienmanagement

  • Messmethoden und Systeme

  • Mitarbeiterführung

  • Projektmanagement

http://berufsfeld-info.de/abi/bauwesen-architektur-vermessung-weiterbildung